KBV 116117 - DIE NUMMER, DIE HILFT!

Fragen und Antworten

Antworten auf häufig gestellte Fragen

  • In welcher Situation hilft der Bereitschaftsdienst unter 116 117?

    Bei allen nicht lebensbedrohlichen Krankheiten vermittelt die 116 117 außerhalb der üblichen Praxis-Sprechstundenzeiten einen Bereitschaftsdienst, wenn der Patient dringend ärztliche Hilfe benötigt. Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen (z.B. Herzinfarkt) ist die 116 117 die falsche Anlaufstelle, in diesen Fällen muss der Notruf 112 gewählt werden.

  • Was ändert sich durch die einheitliche Rufnummer 116 117?
    Patienten brauchen sich nur noch eine Telefonnummer zu merken, die sie überall in Deutschland in dringenden medizinischen Fällen wählen können. Damit verbessert sich die Erreichbarkeit des Bereitschaftsdienstes erheblich. Am Angebot des ärztlichen Bereitschaftsdienstes selbst ändert sich nichts. Es bleibt im gewohnten Umfang bestehen.
  • Zu welchen Zeiten ist die Nummer erreichbar?

    Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist grundsätzlich außerhalb der regulären Sprechzeiten der niedergelassenen Ärzte im Einsatz – vor allem in den Abend- und Nachtstunden, am Wochenende und an Feiertagen. Er ist dann auch über die einheitliche Bereitschaftsdienstnummer 116 117 erreichbar.

    Patienten, die außerhalb dieser Zeiten anrufen, werden per Bandansage auf die Bereitschaftsdienstzeiten hingewiesen und gebeten, tagsüber in dringenden Fällen einen niedergelassenen Arzt zu kontaktieren. In Berlin, Bayern und Frankfurt am Main steht der ärztliche Bereitschaftsdienst rund um die Uhr zu Verfügung; und damit auch die 116 117.

  • Welche Ärzte sind im Bereitschaftsdienst tätig?

    Im Bereitschaftsdienst engagieren sich niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus der jeweiligen Region. Sie leisten den Dienst zusätzlich zu ihrer täglichen Arbeit in der Praxis und sorgen so dafür, dass medizinische Hilfe zur Verfügung steht – auch wenn gerade keine Sprechstunde ist. Am ärztlichen Bereitschaftsdienst beteiligen sich grundsätzlich Ärzte aller Fachgruppen. Sie nehmen regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teil, die sie für den ärztlichen Bereitschaftsdienst qualifizieren.

  • Gibt es auch spezielle Bereitschaftsdienste, zum Beispiel für Augenerkrankungen?

    Unter der Nummer 116 117 erreichen Patienten den allgemeinärztlichen Bereitschaftsdienst. Eventuelle spezielle weitere Bereitschaftsdienste (beispielsweise augenärztlicher Bereitschaftsdienst) sind in der Anfangszeit über die gewohnten lokalen Rufnummern erreichbar und sollen zu einem späteren Zeitpunkt in die 116 117 integriert werden.

  • Kann mir die 116117 auch bei Zahnschmerzen helfen?

    Nein, unter der 116117 erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Um Hilfe bei akuten zahnmedizinischen Problemen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den zahnärztlichen Bereitschaftsdienst in Ihrer Region.

  • Kommt der Bereitschaftsarzt zu den Patienten nach Hause?

    Bereitschaftsärzte behandeln Erkrankte entweder in der eigenen oder in einer Bereitschaftsdienst-Praxis, die Patienten aufsuchen können. Wenn der Gesundheitszustand des Patienten dies nicht erlaubt, kommt der Arzt auch zum Patienten nach Hause.

  • Was ist der Unterschied zwischen der neuen Nummer 116 117 und der Notrufnummer 112?

    Unter 112 erreicht man den Rettungsdienst, der innerhalb kürzester Zeit beim Patienten ist. Dieser ist für lebensbedrohliche Erkrankungen zuständig. Die 112 sollte zum Beispiel bei folgenden Symptomen angerufen werden:

     

    • Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung
    • schwere Störungen des Atmungssystems
    • starke Herzbeschwerden
    • akute Blutungen
    • Unfälle mit Verdacht auf erhebliche Verletzungen
    • Vergiftungen
    • Brände mit Personenbeteiligung
    • Ertrinkungsunfälle
    • Stromunfälle
    • Suizidversuche aller Art
    • akute anhaltende Erregungszustände
    • akute anhaltende Krampfanfälle
    • plötzliche Geburt oder Komplikationen in der Schwangerschaft
    • akute anhaltende schwere Schmerzzustände
    • Was passiert, wenn fälschlicherweise, z.B. von einem Unfall aus, bei der 116 117 angerufen wird?

      Notfall-Anrufe können direkt weitervermittelt werden, da alle lokalen Leitstellen in der Regel an die jeweiligen Rettungsleitstellen angebunden sind. Zudem ist das Fachpersonal in den zentralen 116 117-Service-Centern zum Großteil medizinisch geschult und kann so die medizinische Dringlichkeit von Anrufen beurteilen.

    • Muss vor der Nummer 116 117 eine Vorwahl gewählt werden?

      Nein, die 116 117 ist eine sogenannte Kurzwahl-Nummer, analog beispielsweise zur Behördenrufnummer 115. Diese Nummern sind deutschlandweit ohne Vorwahl zu erreichen – sowohl vom Festnetz als auch vom Handy aus.

    • Fallen mit der 116 117 alle regionalen Bereitschaftsdienstnummern weg?

      Nein. Alle lokalen Bereitschaftsdienstnummern bleiben in einer Übergangsphase weiter bestehen und können wie gewohnt genutzt werden. Dies ist gerade in der Anfangszeit wichtig, wenn die neue Bereitschaftsdienstnummer noch nicht jedem bekannt ist.

    • Werden Patientendaten und andere sensible Angaben geschützt?

      Alle verwendeten Informationen von Anrufern werden vertraulich behandelt. Für eine datenschutzrechtlich einwandfreie Umsetzung des Dienstes wurde der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung bereits von Anfang an in die Planungen mit eingebunden.

    • Wie erfolgt die Weiterleitung des Anrufers an den richtigen Bereitschaftsdienst?

      Die Vermittlung erfolgt über ein ausgeklügeltes technisches System, das „Intelligente Netz“, das im Hintergrund der 116 117 abläuft: Wählt ein Patient zum Beispiel in Bremen die sechsstellige Nummer, spürt das System in Sekundenschnelle mittels der Vorwahl auf, woher der Anruf genau kommt und welcher Bereitschaftsdienst für ihn zuständig ist. Dies alles geschieht in der Regel automatisch – und vom Anrufer unbemerkt. Schon nach wenigen Sekunden ist der Anrufer mit dem richtigen Dienst verbunden. Kann der Standort des Anrufers nicht ausfindig gemacht werden, wird er gebeten, seine Postleitzahl mitzuteilen. Die Weiterleitung an den jeweiligen Bereitschaftsdienst erfolgt danach automatisch oder über eines der eigens für diese Fälle eingerichteten 116 117-Service-Center. Die Mitarbeiter im Service-Center können den Patienten anhand seiner Adresse problemlos an den richtigen Bereitschaftsdienst vermitteln.

    • Warum können nicht alle Anrufer automatisch an den ärztlichen Bereitschaftsdienst weitergeleitet werden?

      Wenn in seltenen Fällen ein eingehender Anruf nicht eindeutig einer bestimmten Region zugeordnet werden kann, muss über eines der zentralen Service-Center der Standort bestimmt werden. Im Anschluss wird der Anrufer sofort zum regional zuständigen Bereitschaftsdienst weitervermittelt.

    • Was kostet der Anruf?

      Die Nummer ist für den Anrufer immer kostenfrei – egal, ob er vom Festnetz, vom Mobiltelefon oder über das Internet (Voice over IP) anruft.

    • Wer übernimmt die Kosten für die Behandlung durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst?

      Die Kosten der Behandlung werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen (hier abhängig vom Vertrag und Selbstbehalt) übernommen. Die Logistikkosten für den ärztlichen Bereitschaftsdienst – also die Kosten für die Organisation, die technische Umsetzung, den Aufbau und Betrieb der Leitstellen und Callcenter etc. – werden von den niedergelassenen Ärzten finanziert.

    • Können Privatpatienten den ärztlichen Bereitschaftsdienst auch in Anspruch nehmen?

      Der ärztliche Bereitschaftsdienst versorgt auch Patienten, die privat krankenversichert sind. Der Arzt rechnet dann über die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.